Konzept „Lernwerkstatt“ am Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium

„Fördern statt Sitzen bleiben“ ist die Vorgabe des Ministeriums. Von Lehrkräften wird erwartet, den schwachen Schülerinnen und Schülern aller Jahrgänge epochal bis dauerhaft gezielt zusätzliches Material an die Hand zu geben, um sie auf ein ausreichendes Leistungsniveau zurückzubringen. Von den Schülerinnen und Schülern (unterstützt vom Elternhaus) wird eine größere Selbständigkeit und Eigenverantwortung für das eigene Lernen erwartet.

Die Praxis einer Lernwerkstatt sieht so aus!

  • Die Schule richtet für verschiedene Fächer Lernwerkstätten ein. Die Lernwerkstatt ist ein Angebot. Dieses Selbstverständnis muss jedem Teilnehmer klar sein. Wer keinen Informationsbedarf hat und/oder keine Einsatzbereitschaft zeigt, ist hier falsch. Das gilt auch für Teilnehmer, die einen Lernplan bekommen haben.

  • Die Lernwerkstatt hat einen festen Raum und einen festen Termin, der regelmäßig wahrgenommen werden kann.

  • Mindestens in den Fächern Deutsch Englisch und Mathematik, aber auch in Französisch und Latein gibt es ein Angebot.

  • Leistungsstärkere Oberstufenschüler oder Mittelstufenschüler könnten in der Lernwerkstatt als Assistenten tätig sein; aber ohne Fachlehrkräfte geht es nicht!

  • Die Schülerinnen und Schüler kommen mit konkreten Problemen und Aufgaben in die Lernwerkstatt, d.h. sie haben sich mit ihrem Fachlehrer verständigt, was sie üben müssen, welche Aufgaben sie bearbeiten sollen, welcher mitgebrachte Zusatzstoff hilfreich sein kann. Eine Selbstkontrolle ist ggf. hilfreich. Ohne Eigenverantwortung ist kein Erfolg möglich.

  • Die Fachlehrer, die die Stärken und Schwächen ihrer Schüler kennen, tragen einen entscheidenden Anteil am Erfolg der Lernwerkstatt. Von ihnen gehen die Impulse aus. Sie nehmen auch Kontakt mit den Werkstattleitern auf.

  • Die Schüler mit Lernplan können zusätzlich die Auflage bekommen, ihre Arbeit in der Lernwerkstatt zu dokumentieren. Der Werkstattlehrer bestätigt die Teilnahme an der Lernwerkstatt durch sein Zeichen.

  • Die Lernwerkstatt ist offen für alle Schülerinnen und Schüler, d.h. jede(r) kann gezielt (oder spontan) mit einem (Haus-)Aufgabenproblem in die Lernwerkstatt kommen und sich „beraten“ lassen. Ebenso ist die Arbeit an besonderen Projekten (Hausarbeiten, Referate) möglich.

  • In der Lernwerkstatt darf man in Kleingruppen Aufgaben gemeinsam lösen – Hilfe kann ggf. vom Werkstattleiter oder Assistenten eingeholt werden.

  • Die Teilnahme an der Lernwerkstatt ist meist zeitlich begrenzt, d.h. wenn erkannte Defizite nach Ansicht des Schülers und des Fachlehrers aufgearbeitet sind, kann die Arbeit als (erfolgreich!) beendet angesehen werden.

  • In einer gut funktionierenden Lernwerkstatt hat der Werkstattleiter beratende und kontrollierende Tätigkeiten.

  • Die Lernwerkstattleiter dokumentieren ihre Arbeit und führen Anwesenheitslisten, die mit den Fachlehrkräften in zeitlichen Abständen abgeglichen werden.

Barmstedt, 2011