Die Oase – Ein ganz normaler Tag

10:45 Uhr: Zweite große Pause

Mehrere Schülerinnen und Schüler aus dem 10. und 11. Jahrgang schleichen in den Raum.

„Geschichtsklausur wiedergekriegt – 2 Punkte!“

„Bin ich müde!“

„Noch 7 Monate und 4 Tage!“ „Und dann?“ „Dann bin ich 18!“ „Warte mal, das dauert bei mir noch…?“

Ein wildes Rechnen beginnt. Wie viele Tage sind es noch bis zum vorerst wichtigsten Tag im Leben?

Mittlerweile sitzliegen die meisten auf den Sofas, Augen zu, Stöpsel im Ohr…

11:05 Uhr: Pausenende

Der Unterricht ruft. Mühsam erheben sich die Jugendlichen und gehen. Gleichzeitig quillt einen Horde Fünftklässler in den Raum. Sie haben Unterrichtsschluss und warten auf die AGs, die Lernwerkstätten, den Bus oder bleiben einfach noch da. Überall Ranzen, Fahrradhelme, Jacken. Die meisten Jungs stürzen sich auf die Bälle und verschwinden nach draußen. Die restlichen Kiddys tauschen sich aus über: „Wie findest du XY?“, „Oh nee, wie blöd!“, „Kennst du dieses Video?“, „Ey, voll die geile Musik!“

Zwischendurch fliegen die Whats App Nachrichten hin und her…

11:50 Uhr

Eine siebte Klasse hat Unterrichtsschluss.

„Wo sind die Äpfel?“

„Kannst du Physik?“

„Hast du was zu trinken?“

„Ich hab die Lateinarbeit verhauen!“

„Spielst du mit mir Platte?!“

12:35 Uhr: Mittagspause

Nun kommen Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen.

Der uralte, grün-plüschige Ohrensessel mit dem einmaligen Hebel, der einen in die Liegeposition katapultiert, ist dauerbesetzt.

Dank der Generalüberholung des Klaviers, finanziert vom Förderverein, erklingt immer mal wieder Klaviermusik vom Feinsten.

Einige Schüler spielen Schach, Dobble, Da Vinci Code, Mastermind.

Kurz noch Vokabeln abschreiben, das Referat für den nächsten Tag vorbereiten, DSP- Texte lernen, Hausaufgaben machen, Volleyball spielen.

Zwischendurch dies und jenes besprechen…

13:50 Uhr

Der Nachmittagsunterricht beginnt.

Die Busse sind weg. Wer den Bus verpasst hat, wird bald abgeholt.

Stille im Raum!

„Oase“ heißt laut Wikipedia „Vegetationsfleck in der Wüste“. Wie könnte man das auf „unsere“ Oase übertragen? Einige Jugendliche nennen sie liebevoll: „My second home“. Vielleicht ist es das: Ein Stück zu Hause mitten im Schulalltag, (der natürlich nicht mit einer Wüste zu vergleichen ist)

Wie schön, dass die Schule solch einen Raum im eigentlichen und übertragenen Sinn zur Verfügung stellt.

Astrid Janssen